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18. Okt. 2011

eurojugendlogo

Am 09.10.11 hatte die Euro-Jugend in der Bendstraße allen Grund zum Feiern. Seit 30 Jahren macht die Euro-Jugend erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit.  Generationen von Kindern und Jugendlichen  haben diese Einrichtung mit ihrem kreativen und vielfältigen Angebot genutzt und sind heute teilweise selbst als Teamer aktiv.

Ein weiterer Grund zum Feiern war der fertiggestellte Anbau, der barrierefrei zu erreichen ist und damit auch den Kindern mit Behinderung gerecht wird.

Herzlichen Glückwunsch  Euro-Jugend und ich wünsche euch weiterhin eine so erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit!

www.eurojugend.de

5. Okt. 2011

europ-sozialpreis-2011

Am 3.10.11 wurde im Eschweiler Rathaus zum 15. Mal der Europäische Sozialpreis verliehen. Dieser Preis wurde 1996 von der Gesellschaftspolitischen Bildungsgemeinschaft e.V. (GPB) initiiert. Er wird an Menschen verliehen, die sich beispielhaft gegen Armut und soziale Ausgrenzung, für Menschlichkeit und Menschenrechte einsetzen. Menschen, die sich dem sozialen Gedanken verpflichtet fühlen und in ihrer Arbeit zeigen, dass es möglich ist mit viel Mut und Energie den Menschen eine Stimme zu geben, die oft ausgegrenzt sind und Hilfe und Unterstützung der Gesellschaft brauchen.

 

In diesem Jahr wurde der Europäische Sozialpreis an Prof. Dr. Jozef Miklosko aus Bratislava / Slowakei verliehen.

Mit der diesjährigen Preisverleihung zeichnete das Direktorium des Europavereins GPB e.V. einen Preisträger aus, der seit vielen Jahren mit seiner Arbeit die Weiterentwicklung der Jugendarbeit und der sozialen Arbeit unterstützt, vor allem im Bereich Heimunterbringung für Kinder.

Sein Lebensmotto lautet „ Lächeln als Geschenk“.

Der Kinderarzt und Professor für Sozialarbeit schloss sich 1992 der Bewegung „Lächeln als Geschenk“ an .und setzt sich seit vielen Jahren mit seiner Arbeit für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit und der sozialen Arbeit ein, vor allem im Bereich Heimunterbringung für Kinder.

Es gibt in Aachen den Karlspreis, es gibt den Friedenspreis. Ein Preis für soziale Verdienste innerhalb von Europa ist immer noch etwas Besonderes. Ich empfinde den Preis durchaus als gleichwertig und es war für mich eine große Ehre die Festrede anlässlich der Preisverleihung halten zu dürfen.

Festrede anlässlich der Verleihung des Europäischen Sozialpreises 2011

Europaverein der GesellschaftsPolitischen Bildungsgemeinschaft e.V.

“Wenn Kinder lächeln, ist das schönster Lohn”, AZ/AN 04.10.11

30. Sep. 2011

Ein Bericht von Lolo Bosange:

teller-statt-tonneEs ist ein leicht bewölkter Montagabend am 19 September 2011. Draußen vor dem Aachener Cineplex ist ein großes Zelt aufgeschlagen, worin Lebensmittel aller Art gelagert sind. Dort befinden sich Gewürze, Gemüse, Obst, Brot und etliche andere „Gaumenkitzler“, darauf wartend als sogenannte „Fliegende Snacks“ zubereitet zu werden.

So zumindest beschreibt Wam Kat seine Kreationen aus weggeworfenen Lebensmitteln. Seit über 30 Jahren bereist der  Doktor der Psychologie und Soziologie sämtliche Länder Europas, um für einen vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln zu werben. Mit seinem Team sammelt er regelmäßig Essensreste, die er hinterher verwertet, um zu zeigen, was aus weggeworfenen Lebensmitteln  noch leckeres zu kochen ist.

Nach der Stärkung wurde der Film „Taste the Waste von Regisseur Valentin Thurn gezeigt. Er prangert die steigende Verschwendung unserer Lebensgrundlagen an. Der beeindruckende Film beleuchtet nicht nur die Überproduktion der europäischen Unternehmen, sondern auch die Rolle der Konsumenten in diesem Kreislauf.

Während für die meisten Menschen das Mindesthaltbarkeitsdatum das entscheidende Kriterium für die Qualitätserhaltung des Lebensmittels ist, widersprechen dem die Experten vehement:„ Ein Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert lediglich, dass es bis zum genannten Zeitpunkt keine Geschmacks- und Qualitätseinbußen gibt“, so eine Vertreterin der Organisation Misereor. Und mit Blick auf die Gesundheit, sagt sie, dass der Verzehr völlig unbedenklich ist. Die Meinung, man dürfe das Produkt darüber hinaus nicht konsumieren, sei daher falsch.

Doch die Interessen der Lebensmittelindustrie scheinen soweit vorgedrungen zu sein, dass man ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „alles abkauft“. Soviel, dass die Unterscheidung zwischen „Was esse ich “ und „Was esse ich nicht“ immer fließender ineinander übergeht.

Dennoch scheinen sich viele dieser Frage ernsthaft angenommen zu haben. Junge Menschen, beispielsweise, durchforsten tagtäglich die Mülleimer der Geschäfte nach Ladenschluss auf der Suche nach Weggeworfenem; sie tun es nicht nur aus finanzieller Not heraus, sondern vor allem aus Überzeugung. Sie verwerten damit unnötig weggeworfene Lebensmittel. Sie gehen aber auch ein großes Risiko ein, strafrechtlich belangt zu werden. Der Regisseur, selbst aktiver „Mülltaucher“, bestätigt, dass eine Klage wegen Hausfriedensbruch nicht unüblich sei.

Dass solche Mühen nicht im Einklang mit dem Gesetz stehen, führt zu großer Verwunderung unter den Zuschauer im Aachener Cineplex. Einige Beteiligte werfen der Politik Zynismus vor, andere sind lediglich fassungslos. „Was soll man denn machen? Die guten Lebensmitteln verwesen lassen?“. Rhetorische Fragen sind bekanntlich nicht leicht zu beantworten. Aber Fakt ist, eine Antwort braucht man. Nicht nur zur Klärung des Strafmaßes, sondern vor allem zur gesamten Problematik der Verschwendung von Lebensmitteln.   

Aber worin liegt überhaupt die Ursache unseres verschwenderischen Verhaltens? Während der Podiumsdiskussion versucht Bürgermeisterin Hilde Scheidt der Sache auf den Grund zu gehen: „Es ist zunächst wichtig bei den Kindern anzufangen. Kinder müssen überhaupt einmal wissen, was das Wort ‚Lebens-mittel’ bedeutet“. Hierfür verlangt Sie nach einer frühkindlichen Bildung, sowohl zu Hause als auch in den Schulen. Wenn auch noch in den Kinderschuhen steckend, versichert die Bürgermeisterin, dass seitens der Kommunen vieles in die Richtung geplant ist.   

Obgleich nicht resignierend, steht der Regisseur dem Vorhaben der Politik dennoch skeptisch gegenüber. Den Druck auf die Politik bezeichnet er als „das dickste Brett“. Vielmehr vertraue er der Eigeninitiative, mit der Hoffnung eines Dominoeffekts auf Menschen aus der eigenen Umgebung. Darin sieht er einen vielversprechenden Ansatz zur Lösung des Problems und verschwendet daher keine weiteren Gedanken.

29. Sep. 2011

fairtrade_logo1Seit  26.09.11 ist Aachen eine „Fair Trade Town“.  Durch TransFair e.V. aus Köln wurde der Stadt im Weißen Saal des Rathauses  die offizielle Urkunde überreicht. Damit zählt Aachen jetzt zu den Städten, die sich besonders in diesem Bereich engagieren.
Um diesen Titel tragen zu dürfen, muss die Stadt einiges tun. Die Kommunen stehen in diesem Bereich in der Vorbild-Verantwortung und Aachen hat hier schon einiges auf den Weg gebracht,
Die Stadt ist seit 1992 Mitglied im ‚Klimabündnis europäischer Städte’, 1999 fasste der Rat den Beschluss, zertifizierte Fußbälle zu beschaffen, ein sog. „Tropenholz-Beschluss“ wurde 2001 gefasst. Seit September 2003 gibt es den „Aachen Amistad Cafè“ aus Kolumbien. Der Rat hat 2007 einen Beschluss gefasst „gegen ausbeuterische Kinderarbeit“ bei Produkten, die wir beschaffen. Im August 2008 hat der Rat der Stadt die Millenniumsentwicklungsziele unterzeichnet. Ein Punkt davon ist, die Armut in der Welt zu halbieren und dazu ist Fairer Handel ein kleiner Beitrag. Dass wir Fairtrade-Stadt werden wollen, hat der Rat dann im April dieses Jahr beschlossen.

Die Titelvergabe „Fair Trade Town“ ist nur eine Stufe des Prozesses den Fairen Handel aus der Nische zu holen.
Sie ist ein Ansporn die Verbreitung fair gehandelter Produkte im Dialog mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft weiter voranzubringen und damit für gerechtere Produktionsbedingungen in den Erzeugerländern einzutreten.

Wir alle tragen eine besondere Verantwortung für Gerechtigkeit im globalen Handel und die Stadt will hier ein Vorbild sein.

Fair Trade ist mir ein Herzensanliegen und ich bin froh, dass wir in Aachen eine sehr aktive Steuerungsgruppe haben, Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die gemeinsam  an dem Ziel arbeiten, die Welt insgesamt gerechter zu machen.
Seit Anfang des Jahres gibt es für Aachen einen Fairen Stadtplan, der eine Überblick darüber gibt, wo fair gehandelte Produkte verkauft werden.

“Aachen erhält begehrten Fairtrade-Titel”, AZ 15.09.11

“Fairer Stadtplan” für Aachen, AZ  23.03.11

21. Sep. 2011

Ein Bericht von Lolo Bosange:

Da war es wieder soweit, die erste Ratssitzung nach dem eher regnerisch ausfallenden Sommer stand bevor. Nach kurzer Eröffnung der Sitzung durch Oberbürgermeister Marcel Philipp, begab man sich in alter Frische an die Tagesordnung.

Die Standhaftigkeit jener Frische sollte bereits mit dem ersten anstehenden Punkt auf die Probe gestellt werden. Die Umsetzung des „Shared Space“, ein innerstädtisches Vorhaben zur Verbindung von Hauptgebäude RWTH, Super C, Hochschulbereich Karman-Forum und dem historischen Herzen der Stadt, soll in Kürze erfolgen.

Während die wenigen Kritiker des Vorhabens wenig davon angetan sind, dass die Umsetzung die Entfernung bestimmter Bäume erfordert und deren Fällung sie in vorherigen Sitzungen zugestimmt hatten, entgegnen  Befürworter, dieses sei in finanzieller, organisatorischer als auch sozialer Hinsicht gewinnbringend für die Stadt Aachen. 

Einwände einiger Bürger bezüglich eines Verstoßes gegen die Aachener Baumschutzsatzung wurden vom Rat zurückgewiesen, mit dem Hinweis, eine entsprechende Genehmigung liege bereits vor. Somit konnten die wenigen kritischen Stimmen den parteiübergreifenden Konsens für das Projekt, nicht gefährden.

Tja, da auch in der Politik die einzige Konstante die Unkonstante ist, schien die anstehende Wahl des Dezernenten für Personal, Organisation und Soziales die Fraktionen doch noch zu entzweien; Während die Fraktionen von CDU, Grünen und SPD für den Kandidaten Lothar Bahr stimmten, befanden sich die FDP (Und ja, richtig!) die Linke in einem Lager, welches das Verfahren zur Wahl des Dezernenten kritisierte und drohte die Wahl zu boykottieren.

Gesagt, getan! Bei der Wahl erhoben sich die Mitglieder beider Parteien, verließen den Raum und erst nachdem die 57 von 74 Stimmen den Kandidat Lothar Bahr als Dezernent bestätigt hatten, führte der Weg der Linken und FDP wieder zurück auf die Sitzplätze.

Ein weiteres Thema der Ratssitzung war die Einführung einer „Bettensteuer“ für Aachen.   So hat die FDP unter der Leitung des (noch) Außenministers Guido Westerwelles unmittelbar nach Eintritt in die Regierung Steuervergünstigungen für sämtliche Hoteliers eingeführt. Vertreter seiner Partei im Aachener Stadtrat folgten unverblümt der Linie des Außenministers, wohlwissend, dass eben in Zeiten globaler Finanzkrisen alle Haushalte knapp bemessen sind.

Das Argument, die Stadt Aachen sorge für die touristischen und kulturellen Rahmenbedingungen, die den Hoteliers zur kostenfreien Verfügung gestellt würden, schien den Gegnern einer Übernachtungsabgabe nicht ganz einleuchtend. Dagegen argumentierte man mit dem „konjunkturellen Abschwung“, dem die Hoteliers ausgesetzt seien; folglich wäre eine Übernachtungsabgabe eine zusätzliche Last, die nicht im Interesse der Stadt sein könne.
Doch erneut wiesen die Fraktionen der CDU und Grünen darauf hin, dass die Übernachtungsabgabe als „Refinanzierungsmittel“ diene, um die üppigen Ausgaben des Haushaltes, auch im Bereich Tourismus und Kultur, zu kompensieren.

Wie dem auch sei, nach langem hin und her, waren die Argumente soweit ausgetauscht, dass es zur Abstimmung kommen konnte: dem Antrag der Fraktion von CDU und Grünen wurde stattgegeben, mit lediglich 4 Gegenstimmen.

Soweit die 21. Ratssitzung der Legislaturperiode 2009/2014.

21. Sep. 2011

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Für einige Wochen wird  meine Arbeit als Bürgermeisterin und Politikerin von einem jungen Mann unterstützt und begleitet.
Lolo Bosange studiert in Maastricht „European Studies“ und ist ein engagierter, vielseitig interessierter und sympathischer junger Mann.  Er  wird einige seiner Eindrücke als Artikel auf meiner Homepage darstellen. Ich freue mich auf  die Zusammenarbeit und wünsche den Besuchern meiner Homepage viel Freude mit der Darstellung meiner Arbeit aus der Sicht von Lolo Bosange.

20. Sep. 2011

 

haende-servicestelle-hospzi-2Am vergangenen Samstag feierte die Servicestelle Hospiz in der Städteregion Aachen ihr 10 Jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch dazu.
Ich bin froh, dass wir in unserer Region so viele engagierte Menschen haben, die Menschen auf dem schwierigen Weg der letzten Stationen einer schweren Erkrankung begleiten,  Zuhören, einfach da sein, Halt und Trost - menschliche Nähe spenden.
Vielen Dank an alle, die diese wichtige und schwierige Aufgabe übernehmen.

Hier erfahren Sie mehr über die Hospiz-Arbeit in unserer Region

18. Sep. 2011

lvr

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt elf  Städte und Kreise im Rheinland beim Auf- und Ausbau kommunaler Netzwerke gegen Kinderarmut.

hier die Presseberichterstattung des LVR vom 13.09.11 dazu:

Netzwerk gegen Kinderarmut startet in Aachen

64.000 Euro Förderung für Stadt Aachen / LVR unterstützt elf rheinische Städte und Kreise beim Auf- und Ausbau kommunaler Netzwerke

Aachen. Köln. 13 September 2011. Rund 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in NRW sind von Armut bedroht. Armut grenzt aus und gefährdet Teilhabe- und Bildungschancen. Zur Bekämpfung der Folgen von Kinderarmut erhält die Stadt Aachen vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) über einen Zeitraum von drei Jahren Fördermittel in Höhe von 64.000 Euro aus externen Stiftungsgeldern. Mit seinem Programm “Teilhabe ermöglichen - Kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut” unterstützt der LVR mit seiner 2009 eingerichteten Koordinationsstelle Kinderarmut die Jugendämter im Rheinland beim Auf- und Ausbau kommunaler Netzwerke. Insgesamt elf rheinische Kommunen profitieren von dem Projekt.

Aachen verfolgt schon lange das Ziel, präventive Hilfen für Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen bereitzustellen. Mit Unterstützung der Fördermittel vom LVR wird nun eine Koordinationsstelle im Jugendamt eingerichtet. Diese hilft, die bestehenden Initiativen und Maßnahmen auszubauen und die Vernetzungen zwischen den mit Kinderarmut befassten Akteuren zu etablieren. Von diesem Prozess sollen auch zukünftige Kindergenerationen in Aachen profitieren.

Bei der Auftaktveranstaltung zum Förderprogramm am 13. September in Köln erläuterte LVR-Jugenddezernent Reinhard Elzer die wesentlichen Zielsetzungen und Hintergründe des Projektes: „Armut von Kindern findet sich in allen Städten und Kreisen des Rheinlandes. Wir wollen den Folgen von Kinderarmut entschlossen entgegentreten. Die wichtigsten Akteure sind hierbei die örtlichen Jugendämter. Mit ihnen werden wir im Rahmen unseres Programmes Strukturen schaffen, die dies ermöglichen.“

Das Förderprogramm besteht konkret aus drei Handlungsbereichen: die finanzielle Förderung der Jugendämter, Beratungs-, Fortbildungs- und Vernetzungsleistungen der LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut sowie die Begleitung und Dokumentation durch ein wissenschaftliches Institut. Fördergelder erhalten neben der Stadt Aachen der Kreis Euskirchen sowie die Städte Stolberg, Düren, Hilden, Bergisch Gladbach, Hückelhoven, Kempen, Kerpen, Monheim am Rhein und Mülheim an der Ruhr. In den nächsten Jahren werden schrittweise insgesamt 40 Jugendämter an dem Programm beteiligt. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund drei Millionen Euro.

8. Sep. 2011

teller-statt-tonne1aachen-flyer_tst_front  

Über 40% unserer Lebensmittel werden weggeworfen, ungebraucht und unnötigerweise! Sei es, dass sie den Handelsnormen durch Größe, Form oder Farbe von vornherein nicht entsprechen oder dem Verbraucher nicht mehr schmackhaft genug erscheinen. In Deutschland sind das 15 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ist eine erschreckende Bilanz, vor allem vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig in Ländern des Südens viele Menschen Hunger leiden. Sie können sich Lebensmittel nicht leisten oder haben keinen Zugang zu Land.
Hier bei uns landen viel zu viele Lebensmittel in der Tonne, die auf die Teller gehören. Jeder zweite Kopfsalat wird schon bei der Ernte aussortiert - ebenso jede zweite Kartoffel. Jedes fünfte Brot muss ungekauft entsorgt werden. Und in vielen Haushalten landen fast einwandfreie Lebensmittel im Müll. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums wirft jeder Deutsche pro Jahr Lebensmittel im Wert von rund 330 Euro weg.
Im Rahmen einer Diplomarbeit wurden in Baden-Württemberg in 16 Haushalten über drei Monate die entsorgten Lebensmittel festgehalten. Insgesamt waren das am Ende 123 Kilo oder knapp drei Kilo pro Person.

Mit dem verschwenderichen Umgang mit Nahrungsmitteln beschäftigt sich der Film von Valentin Thurn „Taste the Waste“, der ab 08.09.11 in den Kinos zu sehen ist.
Den bundesweiten Kinostart von „Taste The Waste“ begleiten zahlreiche Aktionen in verschiedenen Städten.

In Aachen laden die Aachener Tafel, Misereor, und die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.  ein zu einer gemeinsamen Mahlzeit an einer langen Tafel  um miteinander zu essen und sich auszutauschen. Das Essen wird aus verschmähten Produkten wie Ernteresten und ‚ausgemusterten‘ Lebensmitteln zubereitet. Tischgespräch ist eine Diskussion zum Thema mit Vertretern aus Landwirtschaft, Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Montag, den 19.09.2011, in Aachen, ab 18:00 Uhr,  Innenhof Kapuzinerkarree

Anschließend wird im Cinekarree Kino der Dokumentarfilm TASTE THE WASTE aufgeführt, unter Anwesenheit des Regisseurs.

 Die Aktion und der Film sollen für uns alle ein Anstoß zum Umdenken sein. Angesichts der erschreckenden Bilanz muss sich etwas verändern.  Lebensmittelverschwendung geht uns alle an: Erzeuger und Handel, Politik und VerbraucherInnen.

Mehr Infos zum Thema    www.slowfood.de

und zur Aachener Aktion “Teller statt Tonne”

 

Beitrag aus der Homepage zum Film:

www.tastethewaste.com

Warum schmeißen wir unser Essen auf den Müll?
Deutsche Haushalte werfen jährlich Lebensmittel für 20 Milliarden Euro weg - so viel wie der Jahresumsatz von Aldi in Deutschland. Das Essen das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Valentin Thurn hat den Umgang mit Lebensmitteln international recherchiert und kommt zu haarsträubenden Ergebnissen. Jeder zweite Kopfsalat wird aussortiert, jedes fünfte Brot muss ungekauft entsorgt werden. Kartoffeln, die der offiziellen Norm nicht entsprechen, bleiben auf dem Feld liegen und kleine Schönheitsfehler entscheiden über ein Schicksal als Ladenhüter. In den Abfall-Containern der Supermärkte findet man überwältigende Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, original verpackt, mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf der Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen deckt er ein weltweites System auf, an dem sich alle beteiligen.
Die Folgen reichen weit, denn die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet. Mehr als ein Drittel der Treibhausgase entsteht durch die Landwirtschaft. Nicht unbedeutend sind auch die Berge verrottender organischer Stoffe, denn das entstehende Methangas wirkt sich auf die Erderwärmung 25 Mal so stark aus wie Kohlendioxid.
TASTE THE WASTE zeigt dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten.
Kleine Schritte, die eine große Chance bedeuten.
 

 

 

4. Aug. 2011

delreise-istanbaul-bursaAls Vertreterin der Grünen habe ich Ende Juli Oberbürgermeister Marcel Philipp mit einer Delegation aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung auf einer Türkei-Reise begleitet. Ziel waren die Städte Istanbul-Sariyer und Bursa,  zu denen es von Aachen aus bereits langjährige wirtschaftliche und wissenschaftliche Kontakte gibt. Diese Kooperationen sollen ausgebaut bzw. verstärkt werden. Neben der angestrebten noch engeren wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind auch andere Bereiche denkbar, die in eine Kooperation mit einfließen können, so z.B. der kulturelle oder auch der einfache menschliche Kontakt, über den sich viele Hürden einfacher überbrücken lassen.
Wie letztendlich diese Zusammenarbeit aussieht, ob in Form einer Städtepartnerschaft oder als Kooperationsvereinbarungen und vor allem mit welcher der beiden Städte die künftige Arbeit intensiviert und aufgebaut wird, darüber wird der Stadtrat entscheiden.
Wir wurden in beiden Städten sehr herzlich aufgenommen, haben gute Gespräche geführt in Unternehmen, Universitäten, Stadtverwaltungen und bringen viele positive Eindrücke aus beiden Städten mit.
Es wird sicherlich keine einfache Entscheidung für die Ratsvertreter werden. Ich bin überzeugt, dass die Stadt Aachen, die Aachener Unternehmen und Hochschulen von einer engen Kooperation profitieren werden.

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