Lesung mit Nuran Joerißen

safe_imageAm 20.01.11 liest Nuran Joerißen im Grünen Zentrum aus ihrem Buch „Süßer Tee“.   Darin erzählt sie ihre ganz persönliche Geschichte,  ihre Erfahrungen in ihrem Heimatland Türkei und ihrer neuen Heimat Deutschland. Nuran rebellierte immer wieder gegen kulturelle Traditionen, die ihr Recht auf Selbstbestimmung einschränkten. Ihr Buch ist ein Appell, die Dinge beim Namen zu nennen und für Menschenrechte zu kämpfen. Heute lebt sie in Heinsberg mit ihrer Familie und nutzt ihre Erfahrungen, um in der Region Projekte der Integration aufzubauen und zu unterstützen.

Im Anschluss an die Lesung wollen wir mit Nuran über ihr Buch, ihre Themen und die Integrationspolitik in unserem Land und in Aachen diskutieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn an diesem Abend viele Interessierte den Weg ins Grüne Zentrum finden. Das Thema jedenfalls verspricht eine spannende Diskussion.

20.01.11     –   19 Uhr, Grünes Zentrum, Franzstr. 34

www.nuranjoerissen.de

Häusliche Gewalt gegen Frauen darf kein Tabuthema sein

stamp_germany_2000_minr2093_keine_gewalt_frauenDer 25. November ist der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. In ganz Deutschland fanden zahlreiche Aktionen statt, die auf dieses Thema aufmerksam machten, auch in Aachen.

In Aachen hatte der Fachausschuss Gewalt gegen Frauen zu einer Fachtagung eingeladen. Einen Tag vor dem jährlichen Gedenktag fand in der VHS eine Tagung zur häuslichen Gewalt gegen Migrantinnen statt.
Etwa 100 Fachleute setzten sich mit diesem Thema engagiert auseinander, um Defizite aufzudecken, den Zugang zum Hilfsangebot zu erleichtern und zu verbessern.

Ich habe mich gefreut zur Eröffnung dieser Tagung ein Grußwort sprechen zu dürfen, da mir dieses Thema sehr wichtig ist.
Gewalt gegen Frauen ist ein öffentliches Thema und darf nicht tabuisiert werden, nur dann sind wirkliche Fortschritte möglich und   dazu hat die Veranstaltung in der VHS Aachen ein Stück beigetragen.
 
Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein weltweites Problem und auch   in Deutschland an der Tagesordnung. Jede vierte Frau in Deutschland ist von Gewalt durch den eigenen Partner betroffen. Und häusliche Gewalt betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und alle Nationalitäten.  

Studien zeigen, dass Migrantinnen in Deutschland zwar nicht häufiger, aber oft schwerer unter Gewalt durch einen Lebenspartner zu leiden haben als deutsche Frauen. Für diese Frauen sind oft sprachliche, kulturelle oder auch ausländerrechtliche Probleme Hinderungsgründe um Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Gewalt gegen Frauen ist nicht nur ein Frauenthema,   sondern ein zentrales   gesellschaftspolitisches Thema, das beide Geschlechter betrifft.
Eine breite gesellschaftliche Ächtung von häuslicher Gewalt sehe ich als Voraussetzung für den Erfolg im Kampf gegen häusliche Gewalt und für die Anerkennung der Menschenwürde.

Von Kofi Anan stammt der folgende Satz: „Gewalt gegen Frauen kennt keine Grenzen, weder geographische, noch kulturelle, noch im Hinblick auf materiellen Wohlstand. Solange sie anhält, können wir nicht behaupten, dass wir wirkliche Fortschritte in Richtung Gleichstellung der Geschlechter, Entwicklung und Frieden machen.“ (New York 2000).

Die Realität zeigt uns, dass leider  noch sehr viele „Fort-„Schritte nötig sind.hinsehen-u-handeln-gewalt-gegen-frauen