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8. Mrz. 2010

weltfrauentag_blumenpflueckerin_150x2002

Quelle: http://www.transfair.org/aktiv/weltfrauentag.html

Viele Frauen freuen sich über die geschenkte Rose zum Internationalen Frauentag am 08. März.  Ein großer Teil dieser Blumen kommt aus Ostafrika und Lateinamerika.  Aus Ländern, in denen Arbeits- und Gesundheitsschutz oft keine große Rolle spielen.

Zusammen mit dem Aachener Weltladen habe ich am Samstag „fair gehandelte“ Rosen an Passantinnen verteilt, um auf die Missstände und schlechten  Arbeitsbedingungen auf den Blumenfarmen aufmerksam zu machen.

Meist sind es Frauen, die die Arbeit auf den Blumenfarmen verrichten:
pflanzen, pflegen, schneiden und versandfertig machen für den Weg nach Europa.
Die Arbeitsbedingungen sind häufig von niedrigen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und hohem Einsatz von zum Teil hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln bestimmt. Es gibt keine Aufklärungsarbeit und keinen Arbeitsschutz etwa durch Handschuhe oder einen Mundschutz. Auch auf Schwangere wird keine Rücksicht genommen und so sind behinderte Kinder oder Totgeburten keine Seltenheit.

Fair gehandelte Produkte schaffen, wie bspw. auch bei Kaffee und Kakao,  ebenso im Blumenhandel  Arbeitsplätze mit sozialen und ökologischen Standards für die ArbeiterInnen auf den Farmen.
Wir als Verbraucher können durch unser Verhalten hier etwas verändern. Unser Einkaufsverhalten übt Druck auf die Hersteller aus. Auch wenn es momentan nur in wenigen Läden Blumen aus fairem Handel zu kaufen gibt, so gehe ich davon aus, dass diese Blumen mit der Zeit ganz selbstverständlich sein werden, wie Bio-Produkte.

Auch nach 100 Jahren Internationaler Frauentag und vielen positiven Veränderungen für die Rechte der Frauen besteht immer noch dringender Handlungsbedarf und ein Eintreten für Frauenrechte in vielen Lebensbereichen und in allen Teilen der Welt.

13. Aug. 2009

hilde_garten

 

Ein Interview in einer etwas anderen Atmosphäre führte ich mit Redakteuren der Aachener Nachrichten bei mir zu Hause.
Bei Kaffee und Frühstücksbrötchen unterhielten wir uns über meine Kandidatur als OB-Kandidatin der Grünen und den Wahlkampf.
Thema  war natürlich auch die Frage nach einer Wahl-Empfehlung für Karl Schultheis. Ich bleibe bei meiner klaren Aussage „Nein“, denn ich bin von den Mitgliedern der Grünen als OB-Kandidatin nominiert worden und aus der Partei gibt es keine andere Option. „Das ist eine demokratische Wahl. Es sollte nicht immer alles in Hinterzimmern geregelt werden. Ich mache bis zum Schluss einen offensiven Wahlkampf für grüne Inhalte.“ Natürlich haben wir gemeinsam mit der SPD in der vergangenen Legislaturperiode sehr viel erreicht und umgesetzt und hoffen, dass wir diese Politik – in bewährter Koalition – fortsetzen können.
Bei aller Diskussion - nicht vergessen werden sollte der Blick auf den politischen Gegner, die CDU.  Marcel Philip ist jedenfalls im Rat bis jetzt politisch nicht aufgefallen.
Ich erfahre derzeit viel Unterstützung aus der Bevölkerung, vor allem Frauen sehen meine Kandidatur als positiv und machen mir Mut.
Trotz aller Anstrengungen macht mir der Wahlkampf viel Spaß und bringt mit jeder Veranstaltung neue Herausforderungen. Ich stelle mich diesen gerne.

Vielen Dank für das angenehme und interessante Gespräch.

6. Mai. 2009

Zum internationalen Frauentag am 8. März veranstaltete das Iranische Kulturzentrum RAHAWARD einen Tag mit Frauen aus dem Iran und anderen islamischen Ländern. Eine der Aktivistinnen der Kampagne gegen die diskriminierenden Gesetze für Frauen im Iran, Frau Delaram Ali aus Teheran,  berichtete beeindruckend über die Entwicklung der Frauenbewegung und der Frauenrechte im Iran.

Am Rande der Veranstaltung wurde ein Interview mit Frau Ali aufgezeichnet, welches ich hier veröffentliche. Frau Ali wurde nach ihrer Rückkehr nach Teheran verhaftet, ist mittlerweile aber wieder frei.

Interview mit Frau Ali
Delaram Ali ist im Iran eine der Aktivistinnen der Kampagne „1 Million Unterschriften für die Abschaffung der diskriminierenden Gesetze in Bezug auf Frauen“. Sie hat bereits wegen ihrer Aktivitäten eine Gefängnisstrafe verbüßt und es ist zu befürchten, dass sie bei ihrer Rückkehr in den Iran eine weitere Haftstrafe wegen ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten antreten muss.                             
Frau Ali, können Sie uns zunächst die wesentlichen Probleme der Frauen im Iran kurz benennen?
Man kann die Probleme der Frauen nicht eindeutig klassifizieren. Aber es gibt drei wesentliche Problemkreise, die man benennen kann: Zum ersten ist dies die gesetzlich verankerte Ungleichheit von Männern und Frauen im Iran.  So kann sich beispielsweise ein Mann komplikationslos scheiden lassen, für eine Frau gelten jedoch vergleichsweise hohe Hürden. Als zweiter Problemkreis ist die strukturelle und physische Gewalt gegen Frauen zu nennen, sowohl in der Familie als auch in der Öffentlichkeit. Diese Gewaltstrukturen sind zwar nicht rechtlich begründet, werden aber sehr wohl durch die Gesetze befördert. So wird beispielsweise ein Vater, der seine Tochter „aus Gründen der Ehre“ ermordet, frei gesprochen. Eine Frau hingegen, die ihren Mann in Notwehr tötet, wird zumindest zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Als dritter Problemkreis ist das Verbot zu benennen, dass Frauen sich an bestimmten öffentlichen Plätzen, wie z.B. Sportstadien, nicht aufhalten dürfen. Auch hierzu haben sich Arbeitskreise gebildet, die eine Aufhebung dieses Verbots als Ziel gesetzt haben.       
Wie sieht denn die Praxis aus? Werden diese diskriminierenden Gesetze immer in gleicher Weise angewendet?
Es gibt durchaus Richter, die den Inhalt der Gesetze anders interpretieren, anders auslegen. Diese Spielräume kann man dann nutzen. Allerdings gilt für alle Gesetzesänderungen, es besteht immer das Problem der gesellschaftlichen Umsetzung.                                                                                              
Ihre Kampagne läuft ja nun bereits seit mehreren Jahren. Welche Zielsetzungen verfolgen Sie mit der Kampagne? Wie ist ihre Vorgehensweise?
Das vorrangige Ziel unserer Kampagne ist eine Novellierung der diskriminierenden Gesetze, um die rechtliche Ungleichheit von Männern und Frauen abzuschaffen. Dafür sammeln wir seit zweieinhalb Jahren Unterschriften in der iranischen Bevölkerung. Unsere Kampagne ist dezentral organisiert, wir arbeiten in Arbeitskreisen über das ganze Land verteilt, und zwar nicht nur in den größeren Städten. Durch Workshops bereiten wir unsere Aktivistinnen auf ihren Einsatz vor: Wir informieren sie über die Gesetze, geben ihnen Tipps zur Durchführung der Unterschriftenaktion, schulen sie in Gesprächsführung usw. Außerdem geben wir eine Broschüre heraus, um die Frauen über unsere Arbeit und unsere Ziele zu informieren. Dies alles, trotz großer Probleme bei der Finanzierung. Aber es ist uns bisher immer wieder gelungen, eine Lösung für diese finanziellen Probleme zu finden und unsere Arbeit fortzusetzen.                                                                                                                                   
Bekommen die Frauen keine Probleme mit ihren Männern, wenn sie alleine an den Workshops und den Aktionen der Kampagne teilnehmen?
Nein, dies stellt glücklicherweise kein Problem dar. So gibt es durchaus auch iranische Männer, die unsere Kampagne unterstützen. In Teheran sind diese Männer jedoch gezwungen, eigene Arbeitskreise zu gründen. Denn bedingt durch die intensiveren Kontrollen der Regierung können dort Männer und Frauen nicht in einem Arbeitskreis zusammen arbeiten. In den anderen Städten, wo weniger Kontrollen stattfinden, arbeiten Männer und Frauen gemeinsam in Arbeitskreisen und nehmen an gemeinsamen Workshops teil.                                                                                                                                              
Welche Frauen unterstützen ihre Kampagne? Ist eine Änderung hinsichtlich der sozialen und der Altersstruktur im Laufe der Kampagne erkennbar? Gibt es Unterschiede in der Unterstützung der Kampagne zwischen städtischen und ländlichen Gebieten?
Unser Ziel ist es natürlich alle Frauen anzusprechen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrer Ausbildung oder ihres Alters. In Teheran arbeiten wir unter anderem auch in den südlichen Stadtteilen, da dort noch viele Frauen in ärmlichen Verhältnissen leben, und es ist uns wichtig, bei diesen Frauen ein Bewusstsein für die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung zu wecken. In den ländlichen Gebieten ist die Arbeit für unsere Aktivistinnen zum einen schwieriger, weil viele Frauen noch Analphabetinnen sind, unsere Broschüren nicht lesen und ihre Unterschrift nur per Fingerabdruck geben können. Zum anderen, weil aufgrund der traditionelleren Gesellschaftsstrukturen insgesamt eine höhere Überzeugungskraft notwendig ist.
Manche Frauen reagieren im ersten Moment eher ablehnend, weil sie befürchten, dass unsere Kampagne nicht mit ihrem Glauben in Einklang steht, oder weil sie vom Erfolg der Kampagne nicht überzeugt sind. Dennoch gelingt es uns immer wieder, bei einigen dieser zunächst kritisch eingestellten Frauen eine Meinungsänderung zu bewirken und sie zur Unterstützung der Kampagne zu bewegen.
Insgesamt jedoch können wir feststellen, dass unsere Kampagne gleichermaßen von Hausfrauen wie von Studentinnen, von zuvor unpolitischen Frauen wie von politischen Aktivistinnen getragen wird, und dass sie alle aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten kommen. Hinsichtlich der Altersstruktur finden sich mehr jüngere Frauen unter den Aktivistinnen wieder. Dies hat zwei Gründe: zum einen sind ältere Frauen häufiger in der Familie eingespannt und deshalb zeitlich weniger flexibel. Zum anderen verfügen jüngere Frauen oftmals über bessere Kenntnisse im Umgang mit EDV. Dies ist deshalb für uns wichtig, weil Internet und Emails wichtige Wege zur Verbreitung unserer Informationen sowie zur Gewährleistung unserer Kommunikation untereinander sind.                              
Welchen Einfluss hatte die Vergabe des Nobelpreises an Shirin Ebadi?
Nachdem Erhalt des Nobelpreises, gründete Shirin Ebadi eine Frauenorganisation. Damit hat sie vielen Frauen Mut gegeben, sich für ihre Rechte einzusetzen und ihre Stimme zu erheben. Seit der Gründung unserer Kampagne werden wir von ihr aktiv unterstützt, indem sie uns beispielsweise kostenlose Beratung bei juristischen Fragen gibt und uns vor Gericht verteidigt.                                                       
In diesem Jahr (das iranische Jahr beginnt am 21. März) gab es im Parlament eine Gesetzesvorlage („Gesetz zum Schutz der Familie“), die zu einer weiteren Verschlechterung der rechtlichen Situation der Frauen führen würde. Inwieweit konnte die Kampagne diese Diskussion im Sinne der Frauenrechte prägen und beeinflussen?
Im Zuge der parlamentarischen Diskussion dieser Gesetzesvorlage hat eine breite Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräften stattgefunden: von Einzelpersonen, über Journalisten bis hin zu NGO´s. Es ist dem Einsatz dieses breiten Bündnisses zu verdanken, dass die Verabschiedung dieser Gesetzesvorlage zunächst verhindert werden konnte. Allerdings ist diese Entscheidung noch nicht endgültig, da die Regierung nach wie vor versucht, die Gesetzesvorlage doch noch erfolgreich durch das Parlament zu bringen.                                                                                    
Welche weiteren Erfolge hat ihre Kampagne noch zu verzeichnen?
Unseren wohl wichtigsten Erfolg sehen wir darin, dass dank unserer Kampagne die Diskussion um die rechtliche Gleichstellung der Frau nun auf breiter gesellschaftlicher Basis geführt wird. Waren es früher nur die Frauen der Elite, die sich mit dieser Forderung identifizierten, so sind es heute Frauen und Männer aus allen sozialen Schichten, die sich mit dem Thema beschäftigen und es in die Öffentlichkeit tragen.
Außerdem ist es uns gelungen, auch bei der Regierung einen Denkprozess dahingehend zu initiieren, dass sie es als zwingend notwendig ansehen, sich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen. Allerdings nur, um diesen besser entgegenwirken zu können.                                                                  
Wie reagiert die Regierung ansonsten auf ihre Kampagne?
Die Regierung setzt die Kampagne und ihre Aktivistinnen ständig unter Druck. Unsere Arbeit wird durch den Geheimdienst kontrolliert, unsere Aktivistinnen müssen mit Repressionen, wie z.B. Entlassung aus dem Staatsdienst, Verweigerung der Zulassung zum Studium oder sogar Verhaftung rechnen. So wurden beispielsweise 33 meiner Mitstreiterinnen verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt, als die Kampagne zum ersten Mal den Internationalen Frauentag am 8. März feierte.
Allerdings zeigt sich auch bei den Repressionen wieder die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Zwar hat die Regierung wenig Verständnis für Männer, die sich für Frauenrechte einsetzen, aber bei der Verhaftung von Männern stellen wir immer wieder fest, dass diese anders behandelt werden als ihre weiblichen Mitstreiterinnen.
Allerdings stärken diese Repressionen andererseits auch unsere kreativen Kräfte. Da wir selbst in geschützten Räumen nicht vor den Übergriffen der Pasdaran sicher waren, sind wir dazu übergegangen, Internet und Email als Kommunikationsmedien zu nutzen. Da wir in der Öffentlichkeit nicht mehr direkt für unsere Ziele werben konnten, haben wir dies indirekt gemacht. So haben wir beispielsweise zum Stilmittel des Straßentheaters gegriffen, um mit Hilfe kurzer Spielszenen die Diskriminierung von Frauen zu verdeutlichen und die Passanten in ein Gespräch zu verwickeln.            
Wie wirken diese Repressionen ansonsten auf die Arbeit ihre Kampagne?
Zu Zeiten, in denen die Regierung besonders starken Druck ausübt, stellen wir schon einen Rückgang der Unterschriften fest. Danach steigen diese aber wider an. Insgesamt verläuft die Entwicklung sinusförmig.

4. Feb. 2009

Kommunen und Stadträte: Je wichtiger die Position, desto weniger Frauen


Was uns schon lange bekannt ist, ist jetzt auch zahlenmäßig belegt.
Die Unterrepräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik ist jetzt in einem ersten Gender-Ranking von Forschern der Fern-Uni Hagen untersucht worden.
Das Ergebnis dieser Studie belegt, dass in deutschen Großstädten die Frauen bei den Ratsmandaten, Fraktionsvorsitzen, Dezernentinnen und Dezernenten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister längst nicht so häufig vertreten sind, wie ihre männlichen Kollegen. Es ergibt sich das gleiche Bild, wie auch in der Industrie und Wirtschaft: Je wichtiger die Positionen, desto weniger Frauen sind vertreten.

Die Unterrepräsentanz von Frauen ist großstädtischer Alltag

Untersucht wurden 79 deutsche Großstädte.
Der Frauenanteil unter allen Ratsmitgliedern in diesen Städten liegt bei 32,8%. Bei den Ausschussvorsitzen ist der Frauenanteil 25,9% und bei den Fraktionsvorsitzen nur noch 20,6%. Noch weniger Frauen sind in den höheren Positionen bei den Dezernentinnen vertreten, hier sind es 18,5% und in dem höchsten kommunalen Amt der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind nur 17,7% Frauen zu finden.

Auf Platz 1 dieses ersten Genderrankings deutscher Großstädte liegt Frankfurt a.M. mit  43% Ratsmandaten für Frauen. In München (Platz 2) sind zwar 47,5% der Ratsmandate mit Frauen besetzt, aber durch die Bekleidung des höchsten Amtes in der Stadt Frankfurt durch eine Frau und ca. 40% der Dezernate, liegt Frankfurt a.M. eindeutig vor München.

Aachen steht in dieser Untersuchung auf Platz 24

Im Aachener Stadtrat sind 32,8% der Mandate duch Frauen besetzt.
Von 5 Dezernaten sind 2 mit Frauen an der Spitze besetzt und bei den Ausschussvorsitzen ergibt sich ein Verhältnis von 8 weiblichen Ausschussvorsitzenden bei 22 Ausschüssen. Die Fraktionsvorsitze sind derzeit alle durch Männer besetzt, wobei die Fraktion der Grünen eine Ausnahme bildet. Durch das Rotationsprinzip in der Fraktionsspitze wird jedes Jahr ein/e neue/r Vorsitzende/r gewählt und so ergibt sich ein Wechsel  zwischen Frauen und Männern.

Damit der Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung in den kommunalen Parlamenten und Verwaltungen zu repräsentieren ist hier eine Veränderung anzustreben. Frauen müssen sich trauen mit zu reden und sich zu engagieren.  Ihre Kompetenzen und Stärken  sind wichtig für eine erfolgreiche Politik.

Näheres zu dieser Untersuchung finden Sie unter http://idw-online.de/pages/de/news298891

29. Okt. 2008

Kommunale Spitzenverbände für mehr Frauen in Kommunalräten Superwahljahr 2009

Das kommende Jahr wird ein Superwahljahr, auch für Frauen. 2009 stehen die Bundestagswahl, Europawahlen sowie vier Landtagswahlen an. Darüber hinaus haben Frauen in acht Kommunalwahlen die Chance zu kandidieren und als Mandatsträgerinnen mindestens fünf Jahre lang die Geschicke ihrer Kommune mitzubestimmen.

Die Hauptgeschäftsführer der kommunalen Spitzenverbände Dr. Stephan Articus (Deutscher Städtetag), Prof. Dr. Hans-Günter Henneke (Deutscher Landkreistag) und Dr. Gerd Landsberg (Deutscher Städte- und Gemeindebund) ermuntern Frauen, ihre Chancen zu nutzen. „Die kommunale Ebene bietet wichtige Gestaltungs- und Karrieremöglichkeiten für Frauen.
Gerade in der Kommunalpolitik können Frauen ihre Kompetenzen und Stärken vor Ort einbringen. Hier werden Entscheidungen für alle Lebensbereiche getroffen wie Verkehrspolitik, Stadt- und Finanzplanung und Familienpolitik“, erläuterten die Hauptgeschäftsführer.

Heute, 90 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts, sind Frauen mit einem durchschnittlichen Anteil von knapp 25 Prozent in den Räten der Kommunen noch immer nicht angemessen repräsentiert. Dabei sind die Anteile von Frauen in den Räten von Städten, Landkreisen und Gemeinden regional höchst unterschiedlich. Insbesondere in größeren Städten über 100.000 Einwohnern liegt der Anteil von Ratsfrauen bereits bei 37 Prozent, während in kleineren Gemeinden die Aufholjagd gerade erst beginnt.

Frauen werden bereits durch vielfältige Maßnahmen gefördert. Dazu gehören Mentorinnenprogramme, Netzwerke sowie Quotenregelungen.
Entscheidend für den Erfolg ist aber auch eine generelle Bewusstseinsveränderung, die eine gleichberechtigte Teilnahme von Frauen am politischen Leben und am Entscheidungsprozess auf allen politischen Ebenen begrüßt und fördert. „Wir wissen alle: Ohne Frauen ist kein Staat und keine Kommune zu machen. Wir unterstützen daher die Bemühungen zur Erhöhung des Frauenanteils in unseren Kommunalräten, denn erfolgreiche Politik vor Ort braucht engagierte Frauen“, so Articus, Henneke und Landsberg abschließend.

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